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Aug 21

Unterricht in Teezeremonie in Sakai, Osaka

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An meinem letzten Tag in Sakai bei Osaka habe ich die Chance genutzt, einen Aspekt der japanischen Kultur kennenzulernen, den ich bisher nur „von Weitem“ kannte: den japanischen Weg des Tees.

 

Ich hatte eine Einzelstunde bei Frau Terasaki, die mich in ihrem Zuhause in ihrem eigenen Teezimmer unterrichtet hat. Vom Teezimmer aus konnte man in ihren kleinen Garten sehen, in dem sie geeignete Blumen für die Teezeremonie anpflanzt.

 

In meinem privaten Einführungskurs habe ich gelernt, dass man auf die Bedeutung hinter den Dingen achten muss. Es ist wichtig, welche Blumen in der Vase stehen und welche Kalligraphie an der Wand hängt. Wusstet ihr, dass zum Beispiel Rosen absolut ungeeignet für die Teezeremonie sind? Und zwar, weil sie mehrere Tage lang in der Vase frisch aussehen. In der Teezeremonie ist es aber wichtig, dem Gast das Gefühl zu vermitteln, dass der Raum eigens für ihn vorbereitet wurde. Deshalb nimmt man Feld- und Wiesenblumen, die noch am selben Tag verwelken.

 

Es ist wichtig, dass alle Symbole wie die Kalligraphie an der Wand, die Blumen in der Vase und auch das Design der Teeschale zur Jahreszeit passen – und in Japan gibt es mehr Jahreszeiten als nur Frühling, Sommer, Herbst und Winter!

 

Natürlich ist auch wichtig, wie der Tee zubereitet wird, dass er gut schäumt, dass das Wasser die richtige Temperatur hat, welche Teeschale man nimmt. Aber noch wichtiger ist, dass man alle weltlichen Sorgen und Wünsche, seinen Ehrgeiz und seine gesellschaftliche Position draußen ablegt und nur sein wahres Selbst mit in den Teeraum nimmt.

 

Alle Utensilien haben eine offensichtliche und eine tiefere Bedeutung. Ein Bild von einem Wasserfall an der Wand soll im Sommer einen Kontrast zur Hitze draußen darstellen und ein Gefühl der Kühle erzeugen, damit der Gast sich wohl fühlt. Gleichzeitig symbolisiert er, dass alles Oberflächliche und Schlechte weggespült wird und nur das reine, das wahre Selbst zurückbleibt. Wer alles Oberflächliche, seinen Stolz, seinen Ehrgeiz, seine egoistischen Wünsche ablegt, wird für diese Zeit zum Buddha. Im Prinzip ist der Weg des Tees eine zen-buddhistische Übung. Die mir sehr gut gefällt.

 

Die private Einführungsstunde (ca. 1,5 Stunden) hat 5.500 Yen gekostet, aber Frau Terasaki bietet auch Kurse zu 8 Unterrichtseinheiten an, bei denen die einzelne Stunde etwas günstiger ist. Bei Interesse schreibt mir an angie (at) tabitabi.de, ich stelle gerne den Kontakt her.