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Aug 26

Tipp für die Reise: Japan Rail Pass

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Wer nach Japan reist, um ein bisschen herumzukommen und sich das Land anzuschauen, dem empfehle ich den Japan Rail Pass. Das ist sozusagen eine Bahn-Flat für alle Züge der JR-Linien. Man darf, mit Ausnahme des Nozomi und des Mizuho, auch die Shinkansen-Linien ohne Aufpreis benutzen.

Der Japan Rail Pass soll den Tourismus in Japan ankurbeln und ist daher auch nur für Touristen erhältlich. Wer eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung in Japan hat, kann ihn nicht kaufen, und wer Japaner ist, auch nicht. Außerdem – wichtig – kann man ihn nur im Ausland kaufen, muss ihn also besorgen, BEVOR man nach Japan fliegt.

(Genaugenommen kauft man sich vor der Reise erstmal nur einen Gutschein („Exchange Voucher“), den man dann in Japan gegen den „richtigen“ Rail Pass eintauscht, aber dazu später mehr.)

1. Wo kriegt man ihn?

Der Japan Rail Pass ist auf so vielen Internetseiten online bestellbar, dass es kein Problem sein dürfte, sich einen zu besorgen. Er kostet auch überall dasselbe (oder sollte es zumindest – einfach vergleichen). Ich habe meinen Rail Pass im Reisebüro Jalpak in Düsseldorf (www.jalpak.de) bestellt und per Post liefern lassen. Das war mir lieber als ein anonymer Anbieter, und man hat mich gut beraten.

2. Was kostet er?

Es gibt den Railpass für eine, zwei oder drei Wochen. Ich bin fünf Wochen durch Japan gereist und habe mir einen Rail Pass für drei Wochen und einen für zwei Wochen geholt. Da ich ständig auf Achse war, hat es sich gelohnt.
Der Rail Pass kostet für Erwachsene in der zweiten Klasse 57.700 Yen (knapp 500 Euro) für drei Wochen, 45.100 Yen (ca. 400 Euro) für zwei Wochen, und 28.300 Yen (ca. 250 Euro) für eine Woche. (Ja, er ist teuer, aber wenn man bedenkt, dass man dann eine Komplett-Flat hat und täglich mit dem sonst so teuren Shinkansen quer durchs Land fahren kann, ist er ein guter Deal – vorausgesetzt, man nutzt ihn.)

3. In Japan gelandet – und dann?

In Japan angekommen muss man erstmal den im Ausland gekauften Gutschein („Exchange Voucher“) gegen den „richtigen“ Rail Pass eintauschen.
An den internationalen Flughäfen und den größeren Bahnhöfen ist das möglich. Ich bin in Tokyo Narita angekommen und habe den passenden Schalter leicht gefunden. Man muss nur immer nach den Schildern „JR“ und „Japan Rail Pass“ Ausschau halten und sich dann in die passende Schlange stellen. Man muss ein Formular ausfüllen, den Gutschein bereithalten und seinen Reisepass vorzeigen. Sobald man den Rail Pass in der Hand hält, kann es losgehen.

4. Wie benutzt man ihn?

Der Japan Rail Pass ist weder eine Fahrkarte noch hat er einen IC-Chip eingebaut, was bedeutet, dass man die Gleise nicht durch die normalen Fahrkartenschranken betreten und verlassen kann. Man muss seitlich dort vorbeigehen, wo ein Mitarbeiter der Japan Railways in seinem Häuschen sitzt, und den Japan Rail Pass kurz vorzeigen. Auf diese Weise kann man sich frei in allen Bahnhöfen und auf den Gleisen der JR-Linien bewegen – tolles Gefühl! Im Grunde muss man nicht mal mitfahren – wer Zug-Fan ist, kann sich auch einfach drei Stunden auf den Gleis setzen und den Shinkansen-Zügen beim Ankommen und Abfahren zuschauen…

5. Wo kann man den Japan Rail Pass benutzen und wo nicht?

Als Faustregel gilt: Alles, was JR ist, ist okay, mit Ausnahme von Nozomi und Mizuho. Das ist schon eine ganze Menge, vor allem überregional kann man viel sparen. Es bedeutet aber auch, dass man in folgenden Verkehrsmitteln trotzdem zahlen muss:

* In der U-Bahn (Chikatetsu), auch in Tokyo
* In den meisten Bussen
* In den lustigen kurzen Trams/Straßenbahnen, die zum Beispiel in Nagasaki oder Kagoshima verkehren

* In den Linien anderer Zuggesellschaften als JR
* Wer Schlafwagen fahren will, muss einen Aufpreis zahlen. (Ich habe mir aber sagen lassen, dass es sich lohnt – wer das nicht glaubt, kann sich mal im japanischen Wikipedia-Artikel zum „Twilight Express“ die Inneneinrichtung anschauen!)
Innerhalb Tokyos ist das JR-Streckennetz gut ausgebaut, und zu den meisten Orten kann man einfach statt mit der U-Bahn auch mit JR fahren. In Kyoto ist man allerdings ohne die anderen Verkehrsmittel ziemlich aufgeschmissen – Kyoto kostet also extra.


6. Wie finde ich meine Zugverbindung? 


Auf www.hyperdia.com kann man den Abfahrtsbahnhof und den Zielbahnhof eingeben und bekommt dann verschiedene passende Verbindungen vorgeschlagen. Wenn man außerdem unter „Search Details“ anklickt, dass nicht nach Airplane, Nozomi, Liner, Sleeper und Private Railway gesucht werden soll, bekommt nur Verbindungen angezeigt, die man mit dem Japan Rail Pass kostenlos fahren kann.