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Aug 26

Teezeremonie, oder: Der Weg des Tees

imageWarum mich die Teezeremonie fasziniert?

Einen Moment, da muss ich kurz ausholen…

 

Auf Japanisch sind zwei Bezeichnungen für die Teezeremonie gebräuchlich. Die erste Bezeichnung ist „Cha-no-Yu“ (茶の湯) und bedeutet „heißes Wasser für Tee“, die andere Bezeichnung ist „Sado“ (茶道) und bedeutet „Weg des Tees“. Warum ich das schreibe? Weil die japanischen Bezeichnungen, und zwar beide, viel besser zur eigentlichen Sache passen als die deutsche Übersetzung. Denn einerseits geht es tatsächlich darum, ein guter Gastgeber zu sein und seinen Gästen eine Tasse Tee zuzubereiten, wobei man durch allerlei Kleinigkeiten und Aufmerksamkeiten dafür sorgt, dass sie sich wohl fühlen und den Alltag vergessen können. Das wird durch Cha-no-Yu zum Ausdruck gebracht: Wasser heiß machen und Tee kochen. Gleichzeitig geht es aber doch um mehr, nämlich um Zen. Das wird durch Sado, Weg des Tees, zum Ausdruck gebracht, denn es handelt sich weniger um eine Zeremonie (wie vom Westen wahrgenommen) als eher um eine meditative Übung, und damit um einen von vielen Wegen, den Zen-Buddhismus auszuüben und Buddha zu werden.

 

Es ist also gleichzeitig ganz einfach und sehr kompliziert, und auch das ist Zen. Es gibt eine offensichtliche und eine tiefere Wahrheit, beide sind wahr, und auch das ist Zen.

 

Und das ist das Faszinierende daran…