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Aug 19

Onsen

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Klar steht im Reiseführer, was ein Onsen ist. Vielleicht ist auch ein kurzer Abschnitt darüber enthalten, dass man sich erst waschen muss, bevor man ins heiße Wasser steigt. Dass man ein Handtuch braucht, dürfte jedem klar sein, der weiß, dass ein Onsen mit Wasser zu tun hat. Aber war euch auch klar, dass ein Handtuch nicht reicht? Okay, hier kommt’s:

Wer ins Onsen geht, sollte unbedingt zwei Handtücher mitnehmen, und zwar ein großes, um damit nach dem Baden seinen Körper anzutrocknen, und ein kleines, längliches (wie die, die sich manche Japaner um die Stirn binden oder um den Hals legen, damit bei der Schwüle der Schweiß nicht so tropft). Das große Handtuch laesst man im Umkleideraum bei seinen Kleidern. Am besten schließt man alles zusammen in einem Schließfach ein. Das kleine Handtuch nimmt man mit in den Nassraum und wäscht sich damit. Beim Baden ist es praktisch, um sich die Haare wegzubinden, denn lange Haare, die ins Wasser hängen, sind schlechter Stil. Ich binde mir grundsätzlich einen Handtuchturban, bevor ich ins Wasser steige, aber ein Haargummi reicht auch. Wer kurze Haare hat, ist sowieso fein raus.

Waschen, waschen, waschen! Überall kann man lesen, dass man sich zuerst waschen soll, bevor man ins Onsenwasser steigt. Es gibt aber einen Unterschied zwischen „mal schnell Haare waschen und abduschen“ und „sich voller Hingabe und ohne Eile von oben bis unten, von den Haarspitzen zu den Zehennägeln und in jeder Ritze und an jeder Körperstelle mit viel Schaum und Seife und dem feuchten Handtuch zu reinigen und auch das Zähneputzen nicht zu vergessen, bis auch nicht mehr das kleinste bisschen Dreck und Schweiß übrig ist“. Daher empfehle ich, den gedanklichen Schwerpunkt verschieben und zu sagen: Das Onsen ist hauptsächlich dazu da, sich am ganzen Körper sauber zu machen. Wer dann will, kann hinterher noch in heißem Wasser entspannen.